Die große Täuschung des Begriffs „Marketing“
Wie Marken die Wirklichkeit eroberten – eine Geschichte der Markenkommunikation von der Provokation bis zur KI-gesteuerten Präzision
Vorwort: Marketing im Zeitalter der KI — Wenn die Maschine übernimmt
Das moderne Marketing ist für mich heute das wohl dynamischste Spielfeld der digitalen Transformation. Täglich erlebe ich, wie die Branche zwischen Echtzeit-Datenanalysen, automatisierten Ad-Tech-Systemen und generativer Künstlicher Intelligenz eine permanente Anpassung an immer neuere, schnellere Technologie-Zyklen verlangt.
Mein vorliegendes Essay nimmt genau diese Praxis als Ausgangspunkt: Ausgehend von den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Marketing schlage ich die Brücke zur fundamentalen Kritik „Wenn die Maschine übernimmt...“. (Amazon)
Ich zeige auf, wie sich die These des „pathologischen evolutionären Stresskorridors“ mitten in den Marketingabteilungen manifestiert: Während Maschinen Datenströme und Content exponentiell generieren, verharrt unser menschliches Gehirn in seiner linearen Aufnahmekapazität. In meiner Arbeit versuche ich aufzuzeigen, inwieweit die Marketingbranche als Frühwarnsystem für eine Gesellschaft dient, die im Versuch, mit dem maschinellen Tempo Schritt zu halten, auf einen kollektiven Burnout steuert.
Video Cartoon zu dem Thema.
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Fazit
Marketing ist längst keine Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre mehr. Es ist die gesellschaftliche Dominanzlogik unserer Zeit. Was im 19. Jahrhundert als aktives Herbeiführen von Nachfrage begann, sich in der Provokation der 1990er Jahre zeigte und über Lifestyle und Zeichenwert zur Ausbeutung der Psyche und zur ökologischen Externalisierung wurde, steht mit der Künstlichen Intelligenz an der Schwelle zu einem noch autarkeren System.
Die Enthüllung des silent reasoning verdeutlicht, dass KI-Systeme nicht lediglich Text generieren, sondern interne Arbeitsräume im J-Space bilden, deren Inhalte sich auslesen und – zumindest innerhalb des Systems selbst – gezielt modifizieren lassen. Sollte sich eine analoge Steuerungslogik dereinst auf die Profilbildung menschlicher Konsumenten übertragen lassen, wandelte sich die Technologie in Kombination mit dem wirtschaftlichen Monopolisierungs- und ROI-Druck von einem Hilfsmittel zu einer möglichen Infiltrationsarchitektur: Sie könnte Bedürfnisse gezielt erfinden, kognitive Prozesse ansteuern und die menschliche Erfahrung schrittweise in ein synthetisches Simulacrum drängen – um den Return on Investment ihrer Macher zu garantieren. Ob es so weit kommt, ist heute noch offen; die ökonomische Logik, die in diese Richtung drängt, ist es nicht.
Die entscheidende Frage unserer Epoche lautet daher nicht mehr, wie wir Märkte noch effizienter gestalten – sondern wie wir die Hoheit über unsere eigene Wahrnehmung und unsere physische Lebenswelt zurückgewinnen können, wer für die Folgen einsteht, wenn diese Hoheit verloren geht, und welche regulatorischen Leitplanken, wie sie der EU AI Act ansatzweise vorzeichnet, dafür nötig sind – und tatsächlich durchgesetzt werden.
Manfred Friebe
Mit KI erstellt

